175 Jahre E/O-hrensache HÖREN am 26.09.26 in der ViDia-Klinik Karlsruhe
Wir reisten bereits am 25.09.26 an und trafen uns mit Freunden zum Stadtbummel. Danach wurden wir alle vom Vorsitzenden des Vereins der Schwerhörigen und Spätertaubten Karlsruhe e.V., Herrn Stefan Heidland, zum Abendessen abgeholt. Reserviert war im Brauhaus "Kühler Krug". Es war eine sehr angenehme und vor allem ruhige Atmosphäre, da die meisten das Mundabsehen und Lautsprache begleitende Gebärden beherrschen. Damit kann man sich ganz entspannt, auch über eine gewisse Distanz hinweg unterhalten.
Am 26.09.26 begann 9 Uhr die eigentliche Veranstaltung. Das HÖRMobil des DSB war auch dabei und 2 Beraterinnen standen für Fragen vor der Klinik bereit.
Für Barrierefreiheit sorgte die Schriftdolmetscherin Frau Carmen Hick.
Wer die Bedeutung der 175 Jahre herausfinden wollte, musste rechnen. 125 Jahre Schwerhörigenbewegung + 35 Jahre Verein der Schwerhörigen und Spätertaubten Karlsruhe e.V. +10 Jahre Ohrenschwerpunkt HNO-Klinik + 5 Jahre CI-Zentrum im Ohrenschwerpunkt. Ganz zufällig sind die ViDia Kliniken selbst 175 Jahre alt. Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist!
Nach den Grußwörtern von Stefan Heidland, Prof. Serena Preyer (Gründerin/Leitung Ohrenschwerpunkt Karlsruhe, ViDia Kliniken), Richard Wentges (Vorstandsvorsitzender ViDia Klinken), Bettina Liesbach (1. Bürgermeisterin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Karlsruhe) und Dr. Matthias Müller (DSB-Präsident), wurde von Univ.-Prof. Peter Kiefer der Festvortrag zum Thema "Klangwelten-Weltenklänge-Hören und Zuhören jenseits von Kommunikation" gehalten. Ein toller Vortrag mit überraschenden Informationen. Ich kannte z.B. das Klangwein Projekt "Beethoven 250" nicht. Ein musikalisches Wein-Experiment, bei dem Rüdesheimer Riesling während der Gärung und Reifung physisch mit Beethovens Musik beschallt wurde.
Anschließend führte Frau Prof. Preyer souverän durch das hochkarätige Programm. Zunächst zum Thema Schwerhörigkeit verstehen und therapieren. Hier gab es Aktuelles aus der Hörforschung, Infos zu medikamentöser Therapie, zu Gentherapie sowie operativer Therapie.
Nach dem Mittagessen gab es dann das Thema Schwerhörigkeit im Alltag. Viele staunten nicht schlecht, dass Stefan Heidland in Frack und Zylinder, Margarethe von Witzleben (alias Uta Dörfer) hereinführte. Es ging zu den Wurzeln der Schwerhörigenbewegung zurück. Eine klasse Vorstellung.
Zurück in die Gegenwart, kamen u.a. eine Selbstbetroffene, eine Hörgeschädigten Pädagogin, ein Akustiker und auch Stefan Heidland zu Wort. Im letzten Drittel der Veranstaltung gab es Informationen zur technischen Versorgung von Schwerhörigkeit. Hier ging es hauptsächlich um das Cochlea-Implantat (CI). Wir gingen der Frage nach, ob die Implantation mit Robotik verbessert werden kann, was es für Perspektiven und Technologien in der CI Implantat Technologie gibt, es wurde über Optimierung der Technik und schon vorhandene Technik informiert.
Zum Abschluss moderierten Prof. Preyer und Stefan Heidland die Diskussion mit dem Publikum.
Ein sehr informativer Tag, mit m.E. zu dicht gedrängten Vorträgen für uns Hörgeschädigte, ging mit 90 Minuten "Verlängerung" zu Ende. Ich habe viel gelernt und ich glaube, Margarethe von Witzleben wäre mit uns sehr zufrieden gewesen.
Bilder und Text: Beate Schwemmer






















